Held der Antike – der Granatapfel

Kommende Woche landet schon wieder was quasi Außerirdisches in unserer Biokiste – leckere Granatäpfel der Sorte Emek von Ecollevant. Vor über 25 Jahren hat Jamie Sanchéz auf einem kleinen Feld seines Großvaters mit dem Bio-Anbau von Mispeln begonnen, heute bewirtschaftet er mit seinem Unternehmen Ecollevant in der Nähe von Alicante in Spanien ca. 65 ha Land. Mit viel Leidenschaft und Hingabe in den Anbau stellt er seinen Betrieb derzeit sukzessive vom EU-Standard auf Demeter um.

Jetzt freuen wir uns erstmal einige seiner Granatäpfel an Land gezogen zu haben. Einfach reinbeißen ist aber bei der antiken Superfrucht nicht so prickelnd, sondern nur die roten saftigen Kerne im Inneren. Auch das wussten schon unsere Vorfahren, so musste die griechische Multifunktionsgöttin Persephone (Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings und tataa Königin der Unterwelt) einen Teil des Jahres im Hades (Unterwelt) verbringen, weil sie doch tatsächlich die Frechheit besaß von den Speisen der Toten 6 Granatapfelkerne zu naschen. Also um genau zu sein, 6 Monate unten im Hades=Trauer, Herbst/Winter, 6 Monate einen Stockwerk nach oben zu Muddi Demeter = Fruchtbarkeit Frühling/Sommer. Also passt es, wenn Jamie auf Demeter umstellt.

Für unsere Emekvariante gibt es noch einige Deepfacts aus dem Faktencheck:

  • Reifezeit: Sehr früh, bereits im Spätsommer (ab August/September).
  • Geschmack & Kernen: Sehr süß, mit weichen, hellen Kernen (Arillen).
  • Fruchtgröße: Eher klein bis mittelgroß (ca. 200 bis 400 Gramm).
  • Aussehen: Grüne bis orangerote oder rot-gelbe Schale, innen helleres Rot.

Herkunft / Anbau: Ursprünglich aus Israel, wird aber auch im Mittelmeerraum (wie Spanien oder Italien) angebaut.

Und von meinem Granatapfeldealer Hannah habe ich noch ein super Rezepttipp (hier klicken) für Sie damit sich auch nicht in der Unterwelt landen.

Ihr Priapos vom Laiseacker

PS: Ich war noch schnell in Delphi und habe Pythia befragt, ob wir als Weltverbesserer nicht doch noch etwas mit Schale und seltsamer Zwischenhaut anstellen können. Aus den wabbernden, tantrösen Nebelschwaden konnte ich etwas erkennen, das verdächtig nach einer Tasse Tee aussah. Wer experimentierfreudig ist, kann die gut gewaschene Schale trocknen und daraus einen herben Aufguss machen. Und wer findet, dass nur die Harten in den Garten kommen, opfert sie einfach dem Gott der Erde und des Biomülls – das passt dann auch.


Video: so geht's

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