Als der Hans das Lächeln verloren hat

Als am Montag klar wurde, dass die Salatschutzschilde den imperialen Hagelkörnern nicht Stand gehalten haben und ich keine Lust auf schlechte Laune hatte, griff ich zum Telefonhörer und klingle direkt beim fröhlichen Hans von Morgentau durch – der ist eigentlich immer gut drauf und in der Südpfalz scheint ja auch immer die Sonne…

Aber was ist da los? Niedergeschlagene Stimme und schon legt sich Hans auf mein virtuelles Radieschensofa. Hans war den ganzen Sommer ausschließlich mit Bewässerungsthemen beschäftigt und ist wirklich komplett destroyed, von diesem Anbaujahr.

Puh.

da er mein Kugelschreiberpendel nicht fühlen kann, nehme ich von ihm für kommende Woche Möhren, lila Möhren, Wurzelpetersilie und Rote Bete ab. Mit der traurigen Gewissheit, dass es schwer wird viele Sorten und Kulturen unter einen Hut zu bringen und diese erfolgreich anzubauen, beenden wir das Gespräch und er darf endlich in seinen Bob der Baumeister Schlafanzug schlüpfen.

Ok, für Traurigkeit keine Zeit – auf einmal ploppt die Lena in er einer kleinen Taumblase links über mir mit erhobenem Zeigefinger und kritischem Blick auf…ich habe das Hauschka Manifest vergessen!

Jetzt heißt es den Franzbranntwein und die Klosterfrau schnell wegschieben, wir haben noch einige, also eigentlich ganz wenige großartige Kosmetikbundles von meinem Lieblingsdoktor.

Warm Glow: In dem Set finden Sie die Regenerations Tagescreme 40 ml, das Serum 12,5 ml und die Regenerations Handcreme. Da geht schon ein warmes Kribbeln durch die Haut und schon sind wir wieder glänzend.

Relaxed Soul: Wenn wir mit der ganzen straff gespannten Haut noch laufen können, versuchen wir in die Badewanne zu krabbeln. Mit dem Wind und Wetterbad 30ml, der revitalisierenden Maske 10 ml und dem Moor Lavendel Pflegeöl 75ml entspannen wir so stark, dass wir wieder zu warm Glow zurückkehren müssen, um unsere Haut erneut zu straffen.

Gentle Touch: Nach dem ganzen Straffen und Entspannen, benötigt unsere Beaty auch ein bisschen Pflege dazu empfehle ich von der Olbas-Stiftung die Rosencreme 30 ml und die Lippenpflege 4,9g die in diesem schönen Geschenkset enthalten sind.

Ihr Niels vom Oil of Olbasinstitut

Bitte, bitte nicht mehr über das Wetter sprechen…

Ich hatte es mir wirklich fest vorgenommen, war es doch „nur ein heißer Sommer“ – doch in der Landwirtschaft bringen Klimageräte und Regenschirme leider nicht sehr viel. Immer diese negativen Nachrichten, keiner mag es eigentlich mehr hören, darum wenden wir das eigentlich Negative zum Positiven!

Ich kenne wirklich keinen Anbaubetrieb, der dieses Jahr nicht stöhnt – sei es Gemüse-, Getreide, oder Obstbau. Bei jedem unserer Kollegen hat das eine nicht geklappt, aber dafür hat sich vielleicht eine andere Kultur berappelt, die Gunst der Stundegenutzt und ist gut durchgekommen. Ein vielfältiger Anbau macht es trotz Dürre und Trockenheit und wie jetzt zum Freitag der Starkregen und Hagel möglich auch Lichtblicke zu erkennen. Wir sind wirklich froh und dankbar mit vielen unserer Bio-Partner ein gutes Miteinander und faires Netzwerk zu pflegen. Von der Demeter Gärtnerei B2 am Fuße der schwäbische Alb bekommen wir kommende Woche erntefrischen Pflücksalat geliefert, da wir eine Woche mit den eigenen Salaten pausieren müssen, bis der nächste Satz zur Ernte bereitsteht.

Lukas von der Gärtnerei B2:

Unser Pflücksalat gedeiht in der Höhe von 600m im Zollernalbkreis am Fuße der Schwäbischen Alb. Nach zweijährigem Kleegras wandern unsere Salate über die Freilandfläche und werden mit biodynamischer Überzeugung in unserer Gärtnerei b2 inmitten von 40 verschiedenen Kulturen angebaut und früh morgens frisch von Hand geerntet.

Dann bekommen wir vom Obstbaupionier Jürgen Winkler aus Brackenheim kommende Woche neben den Trauben, heimische Mirabellen und Pfirsiche geliefert. Nach der Ernte darf er dann auch mal wieder in Tripsdrill im Weinfass eine Runde fahren.

Unser Biolandkollege Michi Mauer aus der Ortschaft, wo ab 17 Uhr die Garagentore aufgehen und das Alpirsbacher ploppt (Iptingen) beglückt uns mit frisch geernteten Santana- und Topazäpfeln und durch den Hagel am Freitag Müsliäpfel die entweder durch das Müsli oder in einem leckeren Apfelkuchen gerettet werden wollen. Michi wollte mir auch Bilder schicken, aber er muss erst Äpfel retten gehen.

Wir trauen uns noch nicht ganz zu schauen, was die Frau Holle mit ihrem Hagelregen mit unserem Radicchio angestellt hat, aber ich bin wie immer guter Hoffnung – das tut uns allen gut.

Ihr Wetterfrosch vom Laiseacker

Held der Antike – der Granatapfel

Kommende Woche landet schon wieder was quasi Außerirdisches in unserer Biokiste – leckere Granatäpfel der Sorte Emek von Ecollevant. Vor über 25 Jahren hat Jamie Sanchéz auf einem kleinen Feld seines Großvaters mit dem Bio-Anbau von Mispeln begonnen, heute bewirtschaftet er mit seinem Unternehmen Ecollevant in der Nähe von Alicante in Spanien ca. 65 ha Land. Mit viel Leidenschaft und Hingabe in den Anbau stellt er seinen Betrieb derzeit sukzessive vom EU-Standard auf Demeter um.

Jetzt freuen wir uns erstmal einige seiner Granatäpfel an Land gezogen zu haben. Einfach reinbeißen ist aber bei der antiken Superfrucht nicht so prickelnd, sondern nur die roten saftigen Kerne im Inneren. Auch das wussten schon unsere Vorfahren, so musste die griechische Multifunktionsgöttin Persephone (Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings und tataa Königin der Unterwelt) einen Teil des Jahres im Hades (Unterwelt) verbringen, weil sie doch tatsächlich die Frechheit besaß von den Speisen der Toten 6 Granatapfelkerne zu naschen. Also um genau zu sein, 6 Monate unten im Hades=Trauer, Herbst/Winter, 6 Monate einen Stockwerk nach oben zu Muddi Demeter = Fruchtbarkeit Frühling/Sommer. Also passt es, wenn Jamie auf Demeter umstellt.

Für unsere Emekvariante gibt es noch einige Deepfacts aus dem Faktencheck:

  • Reifezeit: Sehr früh, bereits im Spätsommer (ab August/September).
  • Geschmack & Kernen: Sehr süß, mit weichen, hellen Kernen (Arillen).
  • Fruchtgröße: Eher klein bis mittelgroß (ca. 200 bis 400 Gramm).
  • Aussehen: Grüne bis orangerote oder rot-gelbe Schale, innen helleres Rot.

Herkunft / Anbau: Ursprünglich aus Israel, wird aber auch im Mittelmeerraum (wie Spanien oder Italien) angebaut.

Und von meinem Granatapfeldealer Hannah habe ich noch ein super Rezepttipp (hier klicken) für Sie damit sich auch nicht in der Unterwelt landen.

Ihr Priapos vom Laiseacker

PS: Ich war noch schnell in Delphi und habe Pythia befragt, ob wir als Weltverbesserer nicht doch noch etwas mit Schale und seltsamer Zwischenhaut anstellen können. Aus den wabbernden, tantrösen Nebelschwaden konnte ich etwas erkennen, das verdächtig nach einer Tasse Tee aussah. Wer experimentierfreudig ist, kann die gut gewaschene Schale trocknen und daraus einen herben Aufguss machen. Und wer findet, dass nur die Harten in den Garten kommen, opfert sie einfach dem Gott der Erde und des Biomülls – das passt dann auch.

Ananas-Tomaten vom ???-Jürgen

Wir Bios sprechen uns traditionell mit Vornamen an, das kommt wahrscheinlich noch aus der Gründerzeit (Klondike), wo eine Anrede mit Nachnamen spießig und der Vorname ein Minirevolte darstellte. Trotzdem hat sich im Laufe der Jahre ein Zweitname für unsere Kollegen, Partner und Mitstreiter eingeschlichen…Möhren-Albert, Beeren-Klaus, Apfel-Jürgen…Kirsch-Jürgen.

Der Kirsch-Jürgen macht es uns jetzt ein bisschen schwer und hat sich bereits in den letzten Jahren dafür gesorgt auch nach der kurzen Kirschsaison gut aufgestellt zu sein. So bauen Jürgen und Anita neben den Kirschen z.B. auch Tomaten, Mirabellen und einige andere Gemüse- und Obstspezialitäten in bester Biolandqualität an.

Kommende Woche bekommen wir direkt und frisch Mirabellen, Ochsenherz-Tomaten und ganz neu Ananas-Tomaten aus Erlenbach geliefert. Wir haben Anita und Jürgen gebeten uns mit Zettel und Stift und ohne KI kurz zu beschreiben, was die Ananas-Tomaten eigentlich sind:

So und nun die Vorzüge der Ananas Tomate 

 Als alte Fleischtomatensorte können die Exemplare schon mal über 800 g schwer werden, aber jedes Gramm ist ein Geschmackserlebnis.

Ananas Tomaten sind unverarbeitet schon ein Hingucker und können zu simplem Salat mit einem leicht süß-säuerlichem Geschmack verwendet werden. Aber sie eignen sich auch hervorragend für ein Carpaccio und als Beilage beim Grillen sind sie echt eine Bereicherung oder aber mit Burrata und Basilikum ein Schmaus. Manche mögen auch eine lecke fruchtige Tomatensuppe zur Abwechselung in einem kräftigen Gelb.

Mal sehen, was wir noch alles von Anita und Jürgen die nächsten Wochen in der Biokiste wiederfinden werden? Aber was mache ich jetzt mit dem Namen? Kirsch-Jürgen passt ja nicht mehr so ganz…vielleicht bleibe ich einfach bei Hodor.

Vielen Dank, dass Sie immer wieder bereit sind, neue Sorten auszuprobieren, die wir an Land ziehen! Damit unterstützen Sie den vielfältigen Anbau auch alter Sorten.

Ihr samenfester Guru vom Laiseacker

Dem Klimawandel zum Trotz – heimische Passionsfrüchte

während wir mit einer Portion Galgenhumor überlegen, ob wir in den kommenden Jahren bei uns Kaktusfeigen oder Datteln anbauen sollen und andere wiederum Geschichtsarchive wälzen um nach einem ähnlich trockenen und heißen Sommer zu suchen (wir reden dann nächstes Jahr nochmal, wenn wir mit dem Floß aneinander vorbei paddeln oder uns gegenseitig beim Anschrauben des Klimageräts helfen)…gibt es im Reich der Salzbrezeln Erdmannhausen (nur eine Riesenbrezel von uns entfernt) jemanden, der nicht nur darüber nachdenkt sondern sich einfach den Gegebenheiten angepasst hat und macht.

Das Hofgut Herzer hat sich auf regionalen Exotenanabau spezialisiert und beim ersten Händeschütteln, hat uns Tobias einen Karton mit leckeren Passionsfrüchten aus Erdmannhausen in die andere gedrückt. Dabei handelt es sich um die Sorte Maypop (Passiflora incarnata). Das ist der winterhärteste Genosse aus der Familie der Passionsfrüchte (wir hauchen zusammen „Passion“, engl. Ausgesprochen!) und übersteht auch den milden mitteleuropäischen Winter problemlos. Wir hoffen natürlich, dass wir Sie mit den schwäbisch invasiven Exoten genauso überzeugen können wie Tobias und seine Familie uns und wir noch mir heimisch exotische Vielfalt aus Erdmannhausen anbieten können.

Genug von mir, ich übergebe das Wort an Tobias vom Hofgut Herzer und beachte Sie bitte die Hinweise zur Frucht in der Grafik.

Ihr Niels vom Laiseacker

-> Zu den Passionsfrüchten

Hofgut Herzer GbR – Demeter-Tradition trifft regionale Exotenvielfalt

Seit vielen Generationen schlägt das Herz unseres Familienbetriebs, Hofgut Herzer, im Einklang mit der Natur. Bereits seit 1989 arbeiten wir aus überzeugter Leidenschaft nach den strengen Demeter-Richtlinien für lebendige Böden und gesunde Kreisläufe. Neben unserem Herzensprojekt, der liebevollen Pferdehaltung, bewirtschaften wir unsere Felder in nachhaltiger Land- und Bodenkultur und stellen uns aktiv den Herausforderungen des Klimawandels: Mit unserer Spezialisierung auf den regionalen Exotenanbau –  Feigen, Kaki und Granatäpfel bis hin zu Pepinos, Physalis, Passionsfrüchten und  mehr- im Freiland sowie im Gewächshaus – beweisen wir täglich, dass zukunftsfähige Vielfalt und außergewöhnlicher Genuss ganz ohne lange Transportwege direkt vor unserer Haustür mit viel Liebe gedeihen können.

Die Hintertür zum Onlineshop – die Laiseacker-App

Vor fast 40 Jahren hat der Laiseacker um Gudi und Patrick Butz mit den ersten „Gemüseabos“ begonnen. Nimm das, was Du kriegst, ist für den Marketingpfau vielleicht die falsche Umschreibung, eher entdecke Gemüse wertschätzen, von dem Du gar nicht wusstes das es das gibt und mach was draus.

Dann kam als erstes Multimedia-Highlight ein kleiner Ringbuchordner mit Tipps- und Tricks wie das Abo abläuft und passende Rezepte dazu. Später als der Mensch sein individuelles Ich erkannt und  den letzten Lendenschurz abgelegt hat, kam der erste Laiseacker-Onlineshop zur Jahrtausendwende. Damals noch undenkbar auf dem Nokiaknochen etwas anderes, außer zu telefonieren und Snake zu spielen auch noch bestellen??…wieder eine Tonsurperiode und drei Shopmodelle später ist es fast unvorstellbar, den zugestaubten Rechner in der Stube links von Omas gutem Kristall anzumachen und „festhalten“ WARTEN bis dieser hochgefahren ist, um etwas zu bestellen (anonym ist der Mensch übrigens schon länger geworden).

Darum holen wir jetzt die Fanfaren raus – nachdem wir bereits eine App als kleines Trittbett nutzen durften (EsstBio), die so gar nicht wie wir ausschaut und man am Anfang sogar noch nach seinem Bio-Lieferservice suchen muss uaah.

Stellen Sie sich vor, sie hätten aus Versehen, anstatt unserem Gallierdorf das benachbarte Römerlager ausgewählt??

Aber jetzt haben wir eine App, schön gebrandet und auf die meisten mobilen Endgeräte optimiert – zudem bekommen Sie hier zuverlässig (wenn gewünscht) Pushmitteilungen auf eben jeniges wenn, die neue Biokiste für die Folgewoche bereitgestellt worden ist (ab dann können Sie Inhalte anpassen), der Bestellschluss kurz bevorsteht und wenn die Kiste vor Ihrer Tür steht.

Das hat dann schon ein kleines Wow verdient, oder 😊?

Auch wenn unser Shopbob mal wieder die eine oder andere Stolperfalle am Wochenende einbaut.

Also am besten jetzt umsteigen von EsstBio oder wenn noch nicht geschehen direkt die App testen.

Ihr Bruder Tuck vom Laiseacker

They call him the Freeze – Aufstriche von Vesperbaenkle am 19.5. live im Hofladen

Geschmack ist unverwechselbar und Sinne sind vielschichtig, so schmeckt der Kanisterwein in der Pizzeria im Urlaub unvergleichlich und zuhause wie Essig zum Füße balsamieren (daher auch der Name Balsamico!).

So kann, aber muss es nicht sein – aber wenn man einen pflanzenbasierten Aufstrich von einem bekannten Produzenten hat, der auf Masse produzieren kann, der gut schmeckt aber weder die Geschmacksknospen noch die Frontallappen im Hirn zum Purzelbaumschlagen bringt und auf der anderen Seite einen echten, handgemachten Aufstrich – unverwechselbar und dann noch mit der Geschichte wie beim Italiener im Vorort von Venedig?

Dann müssen Sie nächste Woche wohl oder übel den Weg in unseren Hofladen antreten. Ab 9 Uhr präsentiert der Koch und Jens Schlagenhauf, Hersteller der Vesperbänkle-Aufstriche seine Kreationen live! Dort wird er sicher beschreiben wie sein Rote- Bete-Aufstrich beim Kosten den „Freeze“ in Ihnen auslöst und sie entscheiden dann, ob Sie zum Arnold aus Batman oder doch lieber zu J.J. Cale mutieren.

Wenn Sie wieder aufgetaut sind, lohnt es sich ein Auge zuzudrücken und ein bisschen tiefer im Geldbeutel angeln zu gehen. Sie unterstützen nicht nur ein leckeres Produkt, sondern einen regionalen Produzenten mit dem Löffel in der Linken und dem Herz unter der Mütze. Außerdem geht es schließlich um ihre Geschmackserinnerungen und die sollen unvergesslich bleiben.

-> G’fährliche Paprika – Kräftig, würzig und mit einer Prise Balkanfeuer!

-> Rote Bete Meerrettich Walnuss – Würzig, kräftig, mit Biss – ein echter Charakteraufstrich

> Zwiebel-Apfel – Genieße den herzhaften Geschmack des Landlebens!

Wer mehr Infos vorab benötigt, für den gibt es auf der Webseite und Instagram mehr Infos zu den Aufstrichen und auf Instagram tolle Einblicke einer lebendigen Kochmütze.

Ihr dänischer Koch vom Laiseacker

PS: Vormerken, Hofladen Mühlweg 1, 19.5.2026 ab 9 Uhr Live

Der versteckte Eiszapfen

manchmal schreibt das Leben komische Geschichten und so könnte es sich zugetragen haben…

Uns als Bioland-Gärtnerei fehlen ein wenig die archaischen Rituale, also mit bemalten Gesichtern und Fellkostümen an Vollmondnächten gefüllte Kuhhörner auf den Feldern vergraben, um die Göttin Demeter gnädig zu stimmen.

Die Erde, der noch ungewaschenen Eiszapfen schützt den kleinen Rettich

Aber man kann sich ja zum Glück behelfen, wenn man das Gefühl hat, das einem was fehlt und sich wie Fußballer z.B. erst den linken Schuh binden vor einem Spiel – Darek bei uns trägt eine mit Samen gefüllte Schatulle in Diagonalen über Äcker, denen er die Kraft der Samen durch diese Geometrie übertragen möchte. Leider hat er von seinem ersten Spinat dieses Jahr ein wenig zu viel auf einmal gegessen und tierisch Schluckauf gehabt und somit sind bei einem rituellen Feldgang zu den bewussten Horizontalbewegungen noch Ungewollte in die Vertikale hinzugekommen, und zwar so stark und kurz in den Abständen, dass wir kurz vor einer Resonanzkatastrophe standen.

Auf jeden Fall sind bei dem Gehüpfe über das Feld einige Samen aus der Samenschatulle in die Freiheit gesprungen und wie der Zufall so möchte, waren das allesamt Eiszapfensamen. Darek hat sich natürlich gleich als klar geworden ist was passiert war, fürsorglich um die kleinen Rettichableger gekümmert und sie mit einem Vlies vor den bissigen Erdflöhen geschützt. Problem ist nur, jetzt haben wir tatsächlich einige (sehr viele) ich trau mich gar nicht zu sagen, wie viele Eiszapfenbunde zu viel und das, wo gerade der Eigenanbau so richtig in Fahrt kommt.

Helfen Sie uns dabei, dass wir das Samenschatuellenritual aus wirtschaftlichen Gründen nicht einstellen müssen, doch das mit den Schnürsenkeln anfangen und Darek sanft beibringen müssen, dass er keine Klettverschlüsse mehr tragen darf, und retten Sie unsere Eiszapfen nächste Woche.

Dafür haben wir den Eiszapfenbund auch mit einen unglaublichen Sonderangebotszauber belegt…->zu den Eiszapfen.

Es heißt nicht umsonst – „Heute rett ich die Welt“.

Ihr Merch-Schamane weißes Radieschen

Stock und Hut…Steinchampignons in der Biokiste

Der Stock und Hut stehn ihm gut – also dem Steinchampignon und wenn auch der gute von Fallersleben ziemlich sicher eine Hagebutte oder eine Erdbeere damit gemeint hat, assoziieren viele damit einen Pilz, besser gesagt den Fliegenpilz. Der hat aber bei uns in der Kiste nichts verloren, den lassen wir lieber bei Alice im Wunderland.

Unser brauner Steinchampignon ist ein richtiger Held des Industriezeitalters. Seine wilden Vorfahren „Agaricus bisporus“ wuchsen unkultiviert in der rauen Wildnis Europas, Afrikas und Teilen Asiens, vor allem dort, wo viele Tiere lebten. Der Wildchampi braucht viel Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzen und/oder Tierscheiße. Der Pilz räumt quasi die Umwelt auf, mit seinem Pilzgeflecht – dem Myzel, das sich im Boden ausbreitet (wie eine Art Wurzel) sucht er nach Nährstoffen. Findet sein unterirdisches Recyclingsystem Nahrung gibt es Enzyme ab und zerlegt Dinge wie Holz, Blätter oder eben Mist und nimmt die daraus gewonnenen Nährstoffe auf.

Dieses Geflecht haben Sie sicher schonmal im Garten gesehen, wenn Sie an einer Stelle graben, an der davor Pilze wuchsen oder in der Nähe vom Kompost. Das ist ein feines dichtes Geflecht. So aber genug, Sie können bei Ihren Kindern der 4. Und 5. Klasse nun mit ein wenig Myzelwissen glänzen und wenn es in die Tiefe geht, gekonnt abdrehen oder direkt mit der Geschichte weitermachen.

Fernab von Webrahmen und Dampfmaschinen begann man in und um Paris mit der Zucht von dem „Champignon de Paris“ (Pilz aus Paris) und zwar unter der Stadt in Katakomben, direkt im Nachbarzimmer der gesammelten Gebeine aus überfüllten Friedhöfen Paris. Paris steht auf einer unterirdischen Stadt – Steine für viele Bauwerke wurden aus den unterirdischen Kalksteinbrüchen nach oben befördert. Daraus entstand das Katakombensystem. Ideal für die professionelle Zucht der Pilze – die lieben es dunkel, gleichbleibend kühle Temperaturen (12-14 Grad) und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Erst im späten 19. Und frühen 20. Jahrhundert ging es mit der Pilzzucht in die große weite Welt. Heute wachsen sie in klimatisierten Räumen/Hallen auf einem Substrat aus Stroh, Mist, Wasser und sonstigem magischen Zaubergedöns. Der Steinchampignon hat nichts mit dem Steinpilz zu schaffen außer dem „Stein“ im Namen – er ist einfach stabiler (fast wie ein Stein) und robuster als der weiße Champignon und somit für die Biokiste prädestiniert (der Geschmack ist aber auch kräftiger!).

äDie großen Portobellos für Grill und Pfanne, die es saisonal bei uns auch gibt, sind um Grunde nur länger gewachsene Steinchampignons, bei denen die Lamellen unter dem Hut deutlich sichtbar sind. Bei den kleineren Steinchampignons sind die Lamellen, wenn sie ganz frisch sind meist nicht zu sehen, weil sie noch vollständig vom Hut bedeckt sind. Mit der Zeit lupft es dem Pilz den Deckel und der Hut öffnet sich, weil der Pilz weiter reift. Ein Qualitätsmangel ist das jedoch so lange nicht, wie der Pilz noch schön fest ist, keine Schleimspur hinter sich herzieht oder Ihr Riechkölbbchen denkt sie halten ihm einen schwedischen Surströmming (vergorener Fisch) vor eben Jenigem.

Leicht geöffnet und unfischig im Abgang ist der Geschmack noch etwas kräftiger und ausdrucksstärker. Ich darbe mein Leben in einer Familie die sich dem Fungitarium verschrieben haben und kann nur aus der fernen Erinnerung an Pilzrahmsoßen berichten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Fungi Lungi

Ihr Toad vom Laiseacker

2/3 Retrospektive Messe in Vaihingen und 1/3 Sonntagsperspektive

nachdem wir erfolgreich durch den 1.Mai gewandert sind oder einfach mal das lange Wochenende in vollen Zügen genießen konnten, fassen wir uns aus Mangel an Vorbereitungszeit kurz. Seit Freitag sind wir mit einem Stand auf der Messe in Vaihingen/Enz und wer heute noch nicht weiß, was er mit sich anzufangen hat, der sollte sich flugs auf den Weg machen. Zwischen 11-18 Uhr zaubern heute Tabea und Lena das Beste aus Roter Bete, Möhren und Äpfeln in Saftbecher, was ihr Blut für kommende Woche in Höchstform bringen dürfte.

Während versucht wird in eleganter Weise die Saftmaschine zu bestücken, freuen wir uns natürlich immer sehr über einen Austausch mit Ihnen – vielleicht bedrückt sie irgendwas mit der Biokiste oder sie finden etwas so gut, dass sie es uns unbedingt mal persönlich sagen möchten…das tut uns auch mal gut.

Wenn Ihre Blicke aber aus dem Fenster schweifen und sie die graue Wolke am Himmel in Schockstarre versetzt und sie deswegen auf keinen Fall aus dem Haus können. Freuen wir uns auch sehr über Ihr Feedback per Email (gerne auch direkt als Antwort auf diesen Newsletter).

Ihr Messe-Horst vom Laiseacker

PS: Der Eintritt zur Messe kostet 4,- €, nehmen Sie jedoch genügend Cent-Stücke mit, beim Bergle können Sie bei einem lustigen Becherwurfspiel Fußbälle gewinnen, die sie dann gewinnbringend an Eltern weinender Kinder verkaufen, die das nicht geschafft haben. Und wenn Sie uns suchen, wir sind im Freigelände bei den Essensständen.