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Der Kohl mit Wurzeln in der Antike – Schwarzkohl

Tabea hat ihr Schmuckkästchen mal wieder ausgepackt und sämtliche Telefonleitungen durchglühen lassen, um uns einen neuen Schatz im Gemüsesortiment zu bescheren. Genauer gesagt, ist das nichts neues nur etwas, was ein bisschen in der antiken Vergesslichkeit verloren gegangen ist – Schwarzkohl.

Auf dem ersten Blick kommt mir der Gedanke, ob es sich um zerrupfte Wirsingköpfe handelt, die in mühsamer Kleinarbeit an nackte Plamwedel geklebt worden sind. Da liegen wir auch gar nicht so falsch, denn er reagiert, auch wenn man ihn Palmkohl ruft. Eng mit dem Grünkohl verwandt und sowas von verbandelt mit der ländlichen toskanischen Küche ähnelt der Kohl, der nach dem ersten Frost wie der Grünkohl milder und süßer im Geschmack wird, an einen nussig, erdigen Broccoli.

Wollen Sie mit Fachwissen auftrumpfen, formen Sie Zeige-, Mittelfinger und Daumen zu einer unverkennbaren Geste und rufen ganz laut „Ribollita“ gefolgt von einem etwas nasal gegrunztem „Zuppa die cavolo nero“ – Geste bleibt in dieser Zeit in einer den ganzen Körper durchdringenden Schüttelbewegung (um dem ganzen noch mehr Ausdruck zu verleihen, nehmen Sie bitte die andere Hand dazu).

Der Schwarzkohl ist vollumfänglich verzehrbar – mit einer kleinen Einschränkung, wenn Sie nicht bis zum Morgengrauen auf dem Stil rum kauen möchten, entfernen Sie einfach das „holzige“ Ende. Da der Schwarzkohl kein überzüchtetes Superfood ist, sondern ein echter Klassiker der Antike, ist er weniger Anfällig für Krankheiten im Anbau, perfekt also für die Biolandwirte. Vitamin C & K (Blutgerinnung & Knochen), Beta Carotin, Calcium & Eisen machen den essbaren Palmwedel zum supergesunden essbaren Palmwedel. Am besten natürlich so unverarbeitet und so unverkocht wie möglich.

Haben Sie bemerkt, dass Ihre Kinder gerade rückwärts aus dem Zimmer gehen, um dem komischen Kraut zu entkommen? Holen Sie die kleinen Racker mit einem imaginären Lasso wieder zurück, der Schwarzkohl wird umgangssprachlich auch Dinosaurierkohl genannt, weil die Blätter so aussehen wie Dino-Haut. Frisch geerntet aus dem Jurassic Parc von einem an Altersschwäche gestorben Triceratops.

Ein wenig ausgeschmückt meinte bereits der gute Ovid zu den besten römischen Orgienzeiten, dass man sich den Gegenüber „schön“ saufen kann, vielleicht war die Beletage der römischen Schicht auch nicht so gut in „shape“? Auf jeden Fall gab es ganz im Sinne der anthroposophischen Wechselwirkung einen Romanesco davor (soll den Alkohol aufsaugen), das Katergericht mit Schwarzkohl danach der den doch durch gekommenen Alkohol schnell ausspülen und die Gifte beseitigen soll.

Alles wohl aus dem Reich der antiken Sagen und meiner Gemüseausschweifung, aber der Schwarzkohl ist in jedem Fall einen Versuch wert, probiert zu werden.

Ihr Ovid vom Laiseacker

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