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Kampf ums (Über)leben…

Das hört sich schon ziemlich brachial an, aber wenn man in den letzten Wochen den immer ernsteren Blick von unserem Obergärtnerhafenmeister Darek so sieht, kann einem schon angst und bange werden. Grund ist keineswegs ein defektes Radlager, sondern schlicht und einfach der Sommer…

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, mehrere Wochen mit viel zu wenig bis gar keinem Regen und andauernd extrem hohen Temperaturen stellen den regionalen Gemüseanbau auf eine harte Probe, ob die kleinen Gemüsegärtner, die unter freiem Himmel mit viel Handarbeit überhaupt eine reelle Zukunft haben. Jetzt werfe ich erstmal € 5,- ins Phrasenschwein und mache normal weiter.

Auf unseren verstreuten Feldern ist es selbst mit vorhandener Bewässerung schwierig den Salat, den Fenchel, den Blumenkohl und die ganzen anderen Gemüsesorten, die wir für Sie anbauen gesund und normal wachsen zu sehen. Wie sie sicher in den Medien gehört haben, kommt aktuell auch noch das Thema Wasser an sich dazu, dagegen wird Öl bald nicht mehr als eine schreckliche Lachplatte sein und das merken wir bereits aktuell in deutlich gestiegenen Wasserpreisen – den Luxus eines Brunnens haben wir nicht, sind der Familie Seemann (Erdbeeren) aber sehr dankbar ihr Brunnenwasser auf einigen Äckern verwenden zu dürfen.

Unsere Gudi hat sich letzte Woche auf Ihr Rad geschwungen und abends einige Felder abgefahren – wir sind dankbar für einige Eindrücke, die Gudi für Sie dabei festgehalten hat und freuen uns bereits auf die Buschbohnen von unseren GärtnerInnen für die Biokiste kommende Woche.

Dazu holen wir uns in schweren Zeiten ein wenig Unterstützung von befreundeten Kollegen – man hält ja zusammen! Von der Bioland Gärtnerei Gaiser & Fischer aus Walddorfhäslach erhalten wir herrliche frische, wunderschöne Schlangengurken, von der Demeter Brauerei äh Gärtnerei Schmälzle aus dem Nordschwarzwald, nicht minder schöne, marmorierte Auberginen, eine neue Ladung Spargelbohnen und saftig grüne Basilikumbunde direkt geliefert.

Die Gärtnerei Schmälze wurde wie wir ebenfalls 1987 gegründet und hat eine ähnliche Geschichte durchlaufen. Gestartet mit viel Überzeugung und einem Haufen Freaks. Das Freakprojekt, so schade ich es finde ist auch dort gescheitert. Mit viel Wehmut kann ich das verstehen, kenne ich doch auch noch überlebende Relikte aus dieser Zeit, die mittlerweile nicht mal mehr die Melodie von we can change the worldvon crosby stills nash and young summen können, weil sie zu sehr den Himmel nach Chemtrails absuchen und auf das Ende der Welt warten. Ich glaube, den einen Eichhörnchenjäger überlebe ich auf jeden Fall. Wir machen mit ganz viel Überzeugung und Herz weiter und der Hoffnung, dass wir die Welt doch noch guten drehen können – der Unheilschatten kann ja nicht ewig lang sein!

Also ich tanz jetzt mal los auf ca. 3 Wochen schönen Landregen, auch wenn sie mich dafür verfluchen werden.

Ihr friedlicher Schamane vom Laiseacker

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