0, 1, 1, 2, 3, 5, 8……von Transsilvanien über Rom zum Romanesco
0, 1, 1, 2, 3, 5, 8……von Transsilvanien über Rom zum Romanesco
Ich muss immer fünfmal hinschauen, ob ich Romanesco richtig geschrieben habe, und meine leider etwas schubladenbehaftete Assoziationskette steckt den fabelhaften Kohlkopf leider irgendwie immer wieder nach Rumänien (wahrscheinlich irgendein Fußballer aus den 1990er Jahren?).
Liege ich da so falsch und warum bestellen bis jetzt wahrscheinlich nur Matheenthusiasten den Romanesco bei uns?

Der Romanesco der wie eine Mischung aus Blumenkohl und Broccoli daherkommt ist eine alte grüne Kohlsorte, die ihren Ursprung „wahrscheinlich“ in Rom hat – daher auch der Name Romanesco. Der rumänische Name Romanescu bedeutet „Römer“ und rumänisch ist die am nächsten verwandte Sprache mit dem Italienischen…also packen wir das ganze doch in die Draculaschublade, passt so.

Ein inneres Blitzgewitter löst der Kohl bei Mathematikern übrigens deswegen aus, weil der Romanesco einen komplett mathematischen Aufbau hat, so sind die vielen kleinen „Türmchen“ auf dem Kohlkopf Kopien des ganzen Kopfes (fraktale Struktur) und die Türmchen oder Rosetten auf dem Kohl sind perfekte Beispiele für Fibonacci-Spiralen. Mathe kommt also auch in der echten Natur vor und landet auf dem Teller. Die Anordnung der Türmchen ermöglicht dem Romanesco die optimale Sonnen- und Lichtausbeute, anders als sein Cousin dem Blumenkohl, der sein blassen Antlitz komplett in den Blättern versteckt.
Wir zerlegen das Gemüse jedoch heute nicht nur in fraktale Spiralgebilde, sondern weißen ihm einen hohen Anteil an Vitamin A und C sowie viel Eisen, Magnesium und Nährstoffen zu. Zudem ist er im Gegensatz zu anderen Köhlern kaum blähend und leicht verdaulich.
Die alten Römer wussten ja so einiges und auf ihre Orgien bereiteten sie sich mit Romanesco vor, der die Fähigkeit besitzen soll Alkohol aufzusaugen – ein Prekatergewächs also!
Habe ich sie jetzt richtig heiß gemacht? Dann können Sie einfach so reinbeißen, roh – nicht die leckerste Variante aber sie überleben das. Das meiste am mythischen und gesundheitlichen behält das Kunstwerk, wenn sie ihn sanft dämpfen. Beim Backen oder Kochen macht er (wie die meisten Gemüse) ein wenig schlapp.

Während wir über Köhler reden und schreiben, sind die ersten jungen Salatpflänzchen bei uns eigenzogen und warten unter den ersten Sonnenstrahlen darauf eingepflanzt zu werden. Die Säscheiben haben wir auch bereits poliert, um übernächste Woche mit dem Säen der Jungpflanzensaison 2026 zu beginnen.

Ihr Romansco vom Laiseacker






