Im Behindertenheim Markgröningen LWV.Eingliederungshilfe GmbH gibt es seit September 2009 eine neue weitere Förder- und Betreuungsgruppe. Bei diesem nachschulischen Angebot werden Menschen assistiert, unterstützt und gefördert, die aufgrund einer Behinderung so beeinträchtigt sind, dass sie nicht oder noch nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten können.
Dabei versteht sich das Fachpersonal als Partner von Menschen mit besonderen Bedürfnissen und hat sich darüber hinaus spezialisiert in der Begleitung und Förderung von Menschen mit Autismus.
Vor allem für Menschen mit Autismus ist es aufgrund ihrer starken Wahrnehmungsstörung hilfreich, in einer übersichtlichen und reizarmen Umgebung mit vertrauten Menschen als Begleitung tätig zu sein. Diesen Rahmen bietet die neue Förder- und Betreuungsgruppe 3. Zwar konnte man hier Arbeiten der angegliederten Werkstatt für behinderte Menschen übernehmen, trotzdem gab es auch den Wunsch, dieses vertraute Terrain zu verlassen und die Teilhabe an Arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt zu suchen. Man wollte für die und in der Gesellschaft arbeiten und für diese einen Mehrwert erzielen. Arbeit sollte wichtig und bedeutsam sein.
Solche Arbeitsplätze wurden glücklicherweise auch gefunden und seit Juni 2010 machen Menschen mit Behinderung wöchentlich ein Arbeitspraktikum beim Bio-Lieferservice Laiseacker in Nussdorf.
Jeden Dienstagmorgen kommen nun die Praktikanten/innen vom Behindertenheim Markgröningen in die Lager- und Packhalle des Unternehmens von Gudi und Patrick Butz. Dort arbeiten sie an einem großen Gruppenarbeitstisch mit den Beschäftigten vom Laiseacker zusammen. Inzwischen hat man die Verpackung der unterschiedlichsten Kartoffelsorten in verschieden Verpackungseinheiten übernommen. Claudia Merkle und Kristian Zovko, zwei Praktikanten/innen aus dem Behindertenheim Markgröningen, strengt diese Arbeit an, denn sie verpacken – je nach Kundenaufträgen – bis zu einer Palette Kartoffeln. Nach zwei Stunden kann man mit den Mitarbeiter/innen des Betriebs gemeinsam in dem Sozial- und Pausenraum eine kurze Vesperpause einlegen. Alle erleben den Austausch, die Verständigung und den Kontakt zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen als gewinnbringendes Miteinander. Es wird geredet und gelacht, Teilhabe findet statt. Noch kurz einen fair gehandelten Bio-Cappuccino getrunken, die Verpflegung stellt Laiseacker für alle Arbeiter/innen kostenlos zur Verfügung, dann geht es auch schon weiter. Und die Palette Kartoffeln wird stetig kleiner.
Marc Haiber, Gruppenleiter der Förder- und Betreuungsgruppe 3







